Stellungnahme zum Attentat in Berlin

Solingen, 27.Juli 2026

Mit Trauer und Entsetzen haben die Omas in Solingen von dem abscheulichen Attentat auf den CSD in Berlin gehört. Wir erinnern uns an die Anschläge in unserer Stadt und sind tief betroffen.

Schon wieder kommt es zu einem brutalen und perfiden Angriff auf einem für unsere Gesellschaft symbolträchtigen Fest, das Vielfalt und Gemeinsamkeit betonen soll. Und es stellt sich die Frage: Wie gehen wir damit um? Trauer und Entsetzen zu bekunden, reicht nicht mehr.

Diese Attentate scheinen mehr als das Werk verwirrter hasserfüllter Einzeltäter. Sie passen in ein Grundmuster faschistoider Kräfte, die dieses Land und seine Gesellschaftsform zerstören wollen.

Wir fragen uns: Ist es wirklich ein Zufall, dass sich solche Anschläge kurz vor entscheidenden Wahlen häufen? Wem – im In- und Ausland – könnten sie nutzen? Werden diese indoktrinierten jungen Männer gezielt genutzt, um eine Stimmung von Angst und Wut zu erzeugen?

Extremismus in allen seinen Schattierungen muss wirksam bekämpft werden. Da ist der Staat gefordert mit einer konsequenten Durchführung seiner Sicherheitsgesetze. Neue brauchen wir nicht, wir müssen die vorhandenen nur richtig einsetzen. Da sind Bildungsinstitutionen gefordert mit einer vehementen Aufklärungs- und Präventionsoffensive. Da sind die Medien gefordert, indem sie die richtigen Fragen stellen. Und wir alle sind gefordert, indem wir begreifen, was mit uns geschieht. Wir als Bürger und Bürgerinnen dieses Landes werden systematisch verunsichert, verängstigt und gegeneinander ausgespielt. Unsere einzige Chance liegt darin, dies zu verstehen und mutig in den Widerstand zu gehen – indem wir weiter feiern gehen. Indem wir uns nicht darauf einlassen, Sündenböcke zu suchen. Indem wir nicht zulassen, dass diese Anschläge unser Denken verändern.

Unsere inständige Hoffnung: Lasst uns nicht auf diesen Zug aufspringen! Lasst uns nicht Hass mit Hass vergelten, denn dann haben wir verloren.  Dann schaffen wir unsere Freiheit selber ab – Stück für Stück.